Vereinsgeschichte des GTEV Isarlust Irschenhausen e.V.

Wenn wir alles über unseren Verein seit seiner Gründung berichten wollten, könnten wir gleich die 3 Schriftbücher abdrucken lassen. Aber wir beschränken uns auf die nach unserer Meinung wichtigsten Ereignisse.
Am 8. März 1908 trafen sich ein paar Burschen aus Irschenhausen, Ebenhausen und Zell um unter Anleitung eines Herrn Fuchs das Schuhplatteln zu erlernen. Da ihnen das Plattln viel Freude bereitete, beschlossen sie, einen Trachtenverein zu gründen.
Am 20. April hielt man bereits die erste Wahl ab.
Die Gründungsmitglieder wählten damals als:
1. Vorstand Andreas Hasler
2. Vorstand Johann Stocker
Schriftführer Josef Mock
Kassier Alois Gebhard
Vorplattler Hans Wach
Darauf wurden die Statuten und der Name des Vereins beschlossen. Der Name „Isarlust“ wurde einstimmig gewählt.
Alle 8 Tage wurden Proben abgehalten.
Mitte Juni schon fuhren sechs unserer Leute nach Deisenhofen zu einem Preisplatteln und belegten den 4. Platz.
Am 13. Dezember 1908 fand die erst Generalversammlung statt. Bei den abgehaltenen Wahlen wurde die Vorstandschaft der Gründungsversammlung bestätigt.

Mit einem dreifachen „G´sund san ma“ schloss die Versammlung.
Die erste Standarte erhielt der Verein am 6. Juni 1909, angefertigt von der Fa. Auer in München. Über eine Weihe derselben ist im Schriftbericht von 1909 nichts vermerkt.
Ab September 1909 wurde vom Lokal Dittmar in Zell in unser jetziges Vereinslokal Rittergütl in Irschenhausen gewechselt. Seitdem beendet man auch die Versammlungen nicht mehr mit dem Ausruf „G´sund san ma“ sondern mit dem Spruch „Treu dem guten alten Brauch“.
1910 beteiligte sich unser Verein, bei strömenden Regen, an einer Floßfahrt von Schäftlarn nach Thalkirchen, so dass der Chronist im Schriftbericht bemerkt: „Bei dem Wetter hätt´n mir glei bis Thalkirchen schwimma können“.
Es war für die damaligen Verhältnisse eine Sensation, als zur Fahnenweihe am 24. Juni 1911 nach Niklasreut & Wörnsmühl sechs Mitglieder unseres Vereins per Automobil unterwegs waren. Dieses Ereignis wurde auf einem Foto festgehalten.
Statt der unterschiedlichen Kopfbedeckungen wurde 1912 beschlossen, sich einheitliche Hüte zuzulegen.
Am 15. Juli 1913 feierte der Verein sein 5-jähriges Stiftungsfest mit Glückshafen, Konzert, Tanz und Tabakpfeiflaufen.
Ebenfalls 1913, am 16. Juli beteiligte sich der Verein mit 18 Mitgliedern am Gaufest (Oberländler Gau, Gauverband Miesbach) in Penzberg.

Seit der Gründung herrschte im Verein bis 1914 ein reges Vereinsleben. Im Winter gab es Schlittenfahrten und im Sommer Gartenfeste und Bälle. Unsere Vereinsmitglieder, so wird berichtet, hatten ein ausgeprägtes „Sitzfleisch“, so dass die Sperrstunde öfters überschritten wurde. So knöpfte ihnen ein Gendarm beim Ball in Ebenhausen 5 Mark Strafe ab. Ein anderes Mal, gewitzter, saßen sie 1 1/ 2 Stunden im Dunkeln, um nicht erwischt zu werden.
Am 20. Mai 1914 fuhren zwei Mitglieder nach Mainz zum 1. Deutschen Volkstrachtenfest, wobei sie einen Weit-, Plattler- und Ehrenpreis erhielten. Nebenbei bemerkt, die Zwei waren drei Tage unterwegs.
Am 18/19 Juni besuchten unsere Mitglieder das letzte Gaufest des Oberlandler Gaues vorm Krieg in Hausham, kurz darauf wurden viele Kameraden eingezogen, um das Vaterland zu verteidigen.
Am 14. Mai fiel 1. Vorstand Andreas Hasler, kurz darauf starb im Lazarett 2. Vorstand Lorenz Wach. Damit war der Verein ohne Vorstand. Leider brachte der 1. Weltkrieg 1914-1918 das Vereinsleben fast vollkommen zum erliegen. Anstelle des 10jährigen Gründungsfestes wurde ein Gedenkgottesdienst für die gefallenen Kameraden abgehalten.
Am 29. Januar 1919 wurde eine Mitgliederversammlung von Schriftführer Mock einberufen, bei der die vom Krieg zurückgekehrten Kameraden herzlich empfangen wurden.

Die anschließenden Neuwahlen ergaben folgendes Ergebnis:
1. Vorstand Hans Stocker
2. Vorstand Josef Pauli
1. Vorplattler Johann Wach
Kassier Josef Sewald
Schriftführer Franz Wach

Da sich die Burschen aus Ebenhausen, Zell und Schäftlarn fast nicht mehr einfanden, wurde beschlossen, den Verein GTEV „Isarlust“ Irschenhausen zu nennen.
Bei der Gauversammlung im Juli 1920 wurde in Holzkirchen über die Festlegung der neuen Gaugrenzen beraten und am 1. August beteiligte sich unser Verein in Benediktbeuren beim 1. Gaufest des damals neugegründeten „Loisachtaler Gaues“, Sitz Penzberg, aus dem der Verein aber bereits 1922 wegen des zu hohen Gaubeitrages wieder austrat.
Unser Verein hatte sich für die Volkstrachtenschau 1921 in München viel Mühe gegeben und erhielt für den Themenwagen „Kirta auf da Alm“, 6 spännig mit Almhütte, den 4. Preis. Leider, so berichtet der Schriftführer, ist ihnen während des Festzuges das Bier ausgegangen.
Über einTheaterstückl, das die Theatergruppe des Vereins zur Jahreswende 1921 aufführen wollte, steht geschrieben, dass es wegen der herrschenden Maul- und Klauenseuche verschoben werden musste.


Der Verein bestand nun schon fast 15 Jahre und man beschloss, statt der Standarte, eine neue Vereinsfahne anzuschaffen. Die Fahnenstickerei Auer in München erklärte sich bereit, für anfänglich 30.000.- RM die Fahne mit dem Motiv –Trachtlerpaar vor Isartal, Isar aufwärts und Gebirgskette und Rückseite Ortsbild mit Kirche – zu erstellen. Bei der Übernahme der Fahne waren die Kosten bereits auf 60.000 RM gestiegen. Da es mit dem Geld nicht so rosig aussah, trugen viele ihr Scherflein in Form von Naturalien, z. B. Kartoffeln, Getreide usw. bei.
Am 21. Mai 1923 war es soweit. Nach dem Empfang der Vereine ging es zur Feldmesse und Fahnenweihe auf den Ulrichsberg. Der Patenverein „Schloßbergler“ Wolfratshausen erhielt zur Erinnerung ein Fahnenband. Nach der Gefallenenehrung ging es dann zurück zum Festplatz. Die Musik spielte, inflationsbedingt, für den heute kaum vorstellbaren Preis von 160.000 RM.
Nachdem der Verein 2 Jahre ohne einen Anschluss an einen Gau war, beantragte er die Aufnahme in den Isargau, in den er am 3. August 1924 aufgenommen wurde.
4 Jahre danach – 1928 – konnte unser Verein das 20jährige
Gründungsfest, verbunden mit dem Gaufest des Isargaues, feiern. Unsere Trachtler scheuten keine Mühe und holten sogar die kleine Glocke aus unserer Dorfkirche und befestigten sie an einem Baumwipfel des Ulrichsberges, um bei der Messe Glockengeläut zu haben.

Im April 1933 übernahm unser Verein die Patenschaft für den Trachtenverein „Almrösl“ Hohenschäftlarn.
Ebenfalls hielt 1933 der Irschenhauser Trachtenverein sein 25jähriges Gründungsjubiläum im kleinen Rahmen ab.
Bis 1937 beteiligte sich der Verein an den Fronleichnamsprozessionen in Irschenhausen und im Kloster Schäftlarn, bis dieses von der Staatsobrigkeit nicht mehr erwünscht war.
1939 begann leider der 2. Weltkrieg, der wiederum viele Kameraden an die Front rief.
Überraschend erlag am 28. Januar 1940 das Gründungsmitglied und 1. Vorstand Hans Stocker während einer Messe einem Schlaganfall. Ein großer Verlust. Er war 21 Jahre 1. Vorstand.
Da bis 1940 viele Burschen und Männer zum Kriegsdienst eingezogen wurden, erlahmte das Vereinleben fast vollständig.
Als erstes Fest nach dem Krieg besuchten unsere Trachtler unter 2. Vorstand Michael Sewald eine Maifeier in Schäftlarn. Zum Isargaufest fuhr „ein nettes Häuflein“ mit dem Omnibus nach Lenggries.
Nach 8 jähriger Pause rief 2. Vorstand Michael Sewald schließlich am 25. Januar 1948 zu einer Generalversammlung auf und begrüßte die Mitglieder, jetzt wieder erlaubt, mit einem herzlichen „Grüß Gott“. Im Jahre 1948 kehrten einige unserer Mitglieder aus der Gefangenschaft zurück, unter ihnen Hans Stocker (Sohn des 1940 verstorbenen 1. Vorstandes), der bei der Generalversammlung am 22.1.1949 zum 1. Vorstand gewählt wurde.

Am 30. April 1949 wurde der erste Maibaum nach dem Krieg in Irschenhausen wieder aufgestellt. Die Maimusi
fand am 8. Mai statt und wurde - wie heute noch – mit dem Bandltanz eröffnet.
Unser Verein trat am 17. Februar 1951 aus dem Isargau aus und man beratschlagte über den Eintritt in den Loisachgau. Zwei Gründe haben unsere Vereinsspitze dazu bewogen:
Erster Grund war, dass die Kontakte zu den Münchner Vereinen nicht mehr so gut waren.
Zweitens war ausschlaggebend, dass unser Patenverein „Schloßbergler“ Wolfratshausen bereits beim Loisachgau war und deren 1. Vorstand Raßbichler zugleich Gauvorstand war.
Am 1. Oktober 1951 fand die Aufnahme in den Loisachgau statt.
Von einer Anekdote in den fünfziger Jahren weiß Schriftführer Alois Ortner zu berichten: „Beim Abschied nach einem Fest in Tutzing verabredete man sich zu einem Treffen im Vereinslokal, doch die Vorhut wartete leider vergebens auf die „Vereinsspitze“. Ein Meldefahrer brachte die Nachricht, dass der „zweirädrige PS-Gaul“ einen kleinen Seitensprung gemacht hatte. Die Landung war ziemlich unsanft und so lädiert wollte der 1. Vorstand (Stocker Hans) nicht mehr zum Treffen erscheinen“.
Am 20. Juli 1958 feierte der Irschenhauser Trachtenverein sein 50jähriges Gründungsfest. 11 Trachten- und Ortsvereine wohnten dem Gottesdienst auf dem Ulrichsberg bei.

Seit 1923 führte unsere Fahne den Verein an und die Spuren der Zeit wurden langsam sichtbar. Man beschloss, die Fahne für das 60jährige Gründungsfest 1968 renovieren zu lassen. Die Kosten von 1663.- DM wurden zum Teil aus Spenden gedeckt.
Unser 60jähriges Vereinsjubiläum hielten wir im kleinen Rahmen ab. Ein Festgottesdienst in unserer Dorfkirche bildete den Auftakt. Nach der Totenehrung am Kriegerdenkmal wurde im Gasthof Rittergütl gefeiert. Die musikalische Umrahmung besorgte die Irschenhauser Blasmusik.
Große Aufregung herrschte 1969 im Verein, als bekannt wurde, dass einige Paare nach Frankreich fahren sollten. 1. Vorstand Hans Stocker, 8 Paare, drei Sänger und die Tanzlmusi nahmen die Einladung, die durch die Stadtkommandantur München übermittelt wurde, gerne an. Beim Abschied winkten die Zurückbleibenden dem Bus traurig nach, denn sie wären auch sehr gerne mit nach Fontainbleau gefahren. Die Auftritte unserer Trachtler waren ein großer Erfolg und ein großes Ereignis, über das heute noch gesprochen wird.
Das 70jährige Gründungsfest am 11.6.1978, zu dem die Vereine des Loisachgaues eingeladen waren, betrachteten wir als eine Art von Generalprobe für das geplante Gaufest zum 75jährigen 1983. 32 Vereine hatten zugesagt und das Fest nahm einen schönen Verlauf.

Bei der Renovierung unserer Irschenhauser Kirche halfen, neben vielen anderen, auch unsere Trachtler mit. 1980 beschlossen die Vereinsmitglieder eine Heiligenfigur für ca. 1.200.- DM renovieren zu lassen, um die Ausstattung der Kirche weiter zu vervollständigen.
Eine weibliche Delegation und die Frau des Staatspräsidenten von Malawi (Afrika) waren durch Vermittlung der Fam. Reich in Irschenhausen am 23. Juli 1982 eingetroffen. Unsere Trachtler zeigten Volkstänze und Plattler und zum Schluss durften, allerdings nur die weiblichen Mitglieder, sehr zum Erstaunen der Mannsbilder, sich dem Gasttanz der Damen aus Malawi anschließen.
Das Jahr 1983 war voller Ereignisse.
Zum Ersten fand das Jahrhundertfest in München statt, an dem sich selbstverständlich viele unserer Trachtler - sogar einer mit Gipshax, nahm am Festzug teil - beteiligten.
Unser Patenkind „D´Lüßbachtaler“ Höhenrain erhielt 1983 seine Vereinsfahne. Anlässlich der Fahnenweihe am 26.6.1983 überreichten wir ihnen mit besten Wünschen das Patenband.
Und nun zum, für uns, bedeutendsten Ereignis der letzten Jahre. Das 75jährige Gründungsfest, verbunden mit dem 56. Loisachgaufest feierte unser Verein am 31. Juli 1983. Vor ca. 3000 Trachtlern zelebrierte Pfarrer Herbert Zimmermann die Festmesse. 30 Vereine und 17 Musikkapellen zogen beim Festzug durch unsere geschmückte Ortschaft. Zur Erinnerung wurde ein Vereinsfoto auf dem Ulrichsberg gemacht.

„Nach 36jähriger Vorstandschaft muaß jetzt endlich a Ruah sei, jetzt soll a Jüngerer her“, mit diesen Worten gab bei der Hauptversammlung am 22. März 1985 Hans Stocker sein Amt als 1. Vorstand ab. Bei den nachfolgenden Neuwahlen wurde Hans Hirt (bisher 2. Vorstand) zum 1. Vorstand gewählt. 2. Vorstand wurde Hans Stocker jun. Als erste Amtshandlung überreichte Hans Hirt unserem ehemaligen Vorstand Hans Stocker für seine Verdienste um den Verein die schon in weiser Voraussicht besorgte Ehrennadel. Im Namen aller Vereinsmitglieder wurde unser Stocker Hans kurzerhand zum Ehrenvorstand ernannt. Unser neuer 1. Vorstand machte den Vorschlag, einen Jahrtag einzuführen, der am 15. August 1986 zum 1. Mal stattfand.
Beim Erstellen der Vereinsgeschichte für die Gauchronik erzählte uns Hans Stocker folgende Begebenheit: „Bei einem Gartenfest in Irschenhausen wollten die Trachtler die Fahnenstange in die Balkonbalustrade so hineinstecken, dass sich die Fahne voll entfalten konnte. Beim Abnehmen kippten jedoch die zwei Maßkrüge, die als Gerüst dienten, um und der Hanerl Franzl (Wach) hing sozusagen mit Leib und Seele an der Fahnenstange, bis diese plötzlich abbrach und Fahne mitsamt Trachtler am Boden lag“.
Sein 80jähriges Gründungsfest feierte unser Verein im kleinen Rahmen, nur mit Paten- und Ortsvereinen, in der zur Festhalle umfunktionierten Werkstatt vom Ertl Hias. Unsere Jugendgruppe, vom Schulz Robert neu zusammengestellt, hatte hier ihren ersten großen Auftritt.

Am 13.7.1991 lud unser Verein zum ersten Mal die gesamte Ortschaft zum Weiherfest ein. Am Stocker Weiher wurden Tische und Bänke aufgestellt. Es gab Kaffee und Kuchen, Getränke und Brotzeiten; außerdem Floßfahrten auf dem Weiher. Unsere Jugendgruppe trat auf und die Irschenhauser Blaskapelle spielte von Nachmittag bis spät in die Nacht. Bis heute findet jedes Jahr, bis auf wenige Ausnahmen, das bei allen beliebte Weiherfest statt. Das 10. Weiherfest wurde mit einem großen Feuerwerk gefeiert.
Unser Verein hielt am 25.7.1992 eine Floßfahrt ab. Da es sehr heiß war, sprangen einige gleich mit voller Montur ins Wasser. Außerdem weiß Schriftführerin Inge Schäfer zu berichten: „Der Baer Herrmann war da schon zivilisierter und lieh sich von der Stocker Silvia den Badeanzug aus“. Des muaß a scheens Buidl gwen sei.
Zum Stadtgründungsfest fuhren die Jugendgruppe und die Aktiven am 20. Juni 1993, auf Einladung von Kulturreferentin Frau Weißhäuptl, nach München. Unsere Jugendgruppe zeigte einen Volkstanz und einen Plattler. Beim Mühlradl, das unsere Aktiven machten, wurde in der falschen Richtung aufgezogen. 1. Vorplattler Johannes Hirt hatte aber die Sache voll im Griff und so fiel es, außer einigen Eingeweihten, nicht weiter auf.
85 Jahre Trachtenverein „Isarlust“ Irschenhausen und Jahrtag mit Strohpreisplattl´n galt es am 4. Juli 1993 zu feiern, wie beschlossen, im kleinen Rahmen.

Am Mittwoch, den 15.7.1998 ging es mit dem Zeltaufbau für das 90jährige Gründungsfest los. Dank den vielen Helfern stand das große Zelt innerhalb kurzer Zeit. Am17.7. war Bieranstich mit Einlagen wie: Maßkrug stemmen, Wettmelken und vieles mehr. Unsere Aktiven führten den extra einstudierten Holzhacker auf.
Der Heimatabend am 18.7. wurde mit Gesangs- und Musikgruppen aus dem Verein gestaltet. Als besonderes Schmankerl waren die Gebrüder Rehm zum Singen eingeladen. Unsere Patenvereine traten mit Volkstänzen und Plattlern auf.
Am Festsonntag, den 19.7. wurden bei strahlendem Sonnenschein ab 8:30 Uhr zehn Trachtenvereine und die Ortsvereine empfangen. Um 9:30 Uhr fand die Feldmesse am Kriegerdenkmal beim Maibaum statt. Ab 14 Uhr marschierten die ca. 900 Trachtler und Trachtlerinnen beim Festzug durch das festlich geschmückte Dorf.
Premiere für unser neues Vereinszelt war zur Sonnwendfeier des Vereins am 19. Juni 1999 bei nassem, sehr kaltem Wetter.
Bei der Hauptversammlung am 8.3.2003 gab es eine Änderung in der Vorstandschaft. Nach 18 Jahren Vorstandschaft legte Hans Hirt sein Amt nieder. Gewählt wurde als neuer 1. Vorstand Günther Eidenschink.
2004 wurde mit dem Vereinsstadlbau begonnen. Nach langem hin und her und zähen Verhandlungen hatte die Gemeinde uns einen Fleck beim Irschenhauser Bauhof zur Nutzung (mit Pachtvertrag) überlassen.

Unser Vereinsstadl, mit Mitteln und Arbeitsleistungen unserer Vereinsmitglieder erstellt, war fertig und so wurde am 16.9.05, verbunden mit den Nachfeiern für Sonnwendfeier und Weiherfest, unser Stadl eingeweiht.
Am 10. März 2006 verstarb unser Ehrenvorstand Hans Stocker. Mit ihm starb ein Stück des Vereins. Er war immerhin 36 Jahre Vorstand und auch nachher immer da, wenn man ihn brauchte. Man kann sagen, der Verein war ein Stück seines Lebens. Seine Anekdoten und Erinnerungen an Begebenheiten aus dem Verein werden uns fehlen. So erzählte er uns an einem Vereinsabend: „I bin in de 50ger Jahr nach München g´fahrn, mit´m Motorradl, Schwarzpulver hoin, für´n Böller, unt´n am Viktualienmarkt, 10 Pfund. Beim Hoamfahrn, hoaß war´s, da Durst hat mi plagt und weil grad Oktoberfest war, so bin i hoit mit meim Rucksack und meim Motorradl auf d´Wies´n und hab ma da a frische Maß kauft. Und des mit 10 Pfund Schwarzpulver im Rucksack. Wenn i so zruck denk, wird´s ma heit no Angst und Bang. Aber damois hob i mir nix dabei denkt“.
Seit 2003 ist unser Verein ein Eingetragener Verein und heißt seitdem GTEV „Isarlust“ Irschenhausen e.V..
Seit 1947 hält der Verein eine Sonnwendfeier ab, stellt alle 5 Jahre einen Maibaum auf, beteiligt sich an den Fronleichnamsprozessionen, besucht regelmäßig das Gaufest und feiert, seit Einführung, seinen Jahrtag. Außerdem fand, bis auf wenige Ausnahmen, das Weiherfest jährlich statt.

Im Frühjahr wird mit eigenen Musikgruppen ein Volksmusikabend abgehalten und nicht zu vergessen, unsere besinnliche Weihnachtsfeier, bei der jedes Jahr für einen guten Zweck gesammelt wird.
Unseren Vereinsvorständen und Mitgliedern der Vorstandschaften ein Dank für ihren Idealismus und Einsatz im Laufe der wechselhaften Vereinsgeschichte. Damit haben sie es ermöglicht, dass unser Verein unter Mitwirkung aller Vereinsmitglieder, im Jahr 2008 sein 100jähriges Bestehen feiern kann. Ebenso ein Dank all den Schriftführern mit ihren ausführlichen Aufzeichnungen, ohne die es nicht möglich gewesen wäre, diese Vereinschronik zu erstellen.
Auch danken möchte ich Dr. Peter Schweiger, der mir bei der Auswahl der Bilder half und sie für die Festschrift zur Verfügung stellte.
Ein herzliches „Vergelts Gott“ auch an die Irschenhauser Blaskapelle und die Gesangs- und Musikgruppen, die unser Vereinsleben durch ihre Mitwirkung ungemein bereichern.

Irschenhausen im Jahre 2008

1. Schriftführer
Franz G. Schäfer